Riva del Garda am Gardasee – eine mediterrane Fjordlandschaft

Europa — Von am 19.08.2011 um 22:07

Riva del Garda am Gardasee ist einer der bekanntesten Orte am Ufer des größten Sees in Italien. Einer der prominentesten Bewunderer Rivas war wohl Friedrich Nietzsche. Er verliebte sich damals in den Torre Apponale- den Wehrturm, der zugleich das Wahrzeichen der Stadt ist. Ähnlich wie Nietzsche zog es im 19. Jahrhundert vor allem Intellektuelle oder Adlige nach Riva. Heute lockt die 16.000 Einwohner zählende Stadt ein erlebnishungriges, bunt gemischtes Publikum und unzählige Surfer an den nördlichen Gardasee. Unverändert bleibt seit Jahrhunderten jedoch das, was die Reisenden an Riva fasziniert. Sie alle erliegen dem Charme des schmucken, mittelalterlichen Städtchens, das einerseits mediterrane Leichtigkeit und auf der anderen Seite mondänes Flair verströmt – ein spannendes Kontrastprogramm, das sich nirgendwo besser erleben lässt, als in einem der Cafés auf der Piazza Tre Novembre, dem Altstadtzentrum am Hafen.

Piazza Tre Novembre

Auf der Piazza Tre Novembre fällt der Blick auf das quirlige Treiben der von Palmen flankierten Uferpromenade, die von zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants gesäumt wird. Vielsprachiges Stimmengewirr, gestikulierende Italiener, der Duft von frischem Cappuccino und das sanfte Klatschen der Wellen zaubern südländische Urlaubsstimmung. Beim Blick auf die schroffen, steil aufragenden Felswände und die fjordartig anmutende Landschaft wähnt man sich allerdings eher in Norwegen, denn in Italien. Ein Gedanke, den das ganzjährig milde Klima jedoch ebenso schnell wieder verscheucht, wie die Surfer auf dem Gardasee umherflitzen. Wer es ihnen gleichtun möchte, findet in Riva übrigens auch eine Surf- und Segelschule, in der man sich das nötige Equipment ausleihen kann. Wer nicht seefest ist, kann sich stattdessen aufs Mountainbike schwingen und das bergige Hinterland erkunden.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Auch für Historiker ist Riva del Garda am Gardasee ein spannendes Fleckchen. Die Stadtmauer aus dem Mittelalter zählt heute zu Rivas Sehenswürdigkeiten, dabei hatte das Bauwerk damals einen ganz praktischen Hintergrund. Der strategisch günstig gelegene Hafen der Stadt weckte Begehrlichkeiten und so rangen Mailänder, Veroneser oder Venezianer um die Macht. Siegreich waren Bischöfe aus Trient, ehe um 1800 die Habsburger die Herrschaft übernahmen und diese bis zum 1. Weltkrieg nicht mehr hergaben. Die bewegte Vergangenheit zeigt sich im Stadtbild – sehr zur Freude der Besucher. Die engen, typisch italienischen Gassen werden von prächtigen Häusern gesäumt, die hier die Handschrift der Venezianer und dort die Handschrift der Österreicher tragen. Einmal ragen kleine Türmchen empor, dann fällt der Blick auf trutzige Tore und mit Stuck und Fresken verzierte Fassaden. Empfehlenswert für alle, die sich näher mit der Geschichte Rivas beschäftigen möchten ist ein Besuch im Stadtmuseum oder in der Pinacoteca. Beides findet man in der Rocca di Riva, der imposanten Scaligerburg aus dem 12. Jahrhundert.

Foto von Christa Eder – Fotolia.com

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